Festbrennstoffkessel ohne Zulassung

Festbrennstoffkessel ja, aber welcher ist der richtige?

Festbrennstoffkessel (ohne motorischen Antrieb) unterliegen in Deutschland der DIN EN 303-5. Hierbei handelt es sich um eine nicht harmonisierte (nicht einheitlich) Norm. Das bedeutet, dass verschiedene Kriterien, wie z. B. Emissions- u. Energiewerte (Wirkungsgrad), sehr unterschiedlich in den EU – Ländern zur Anwendung kommen. Diese Unterschiede finden sich in so genannten Kesselklassen (1, 2, 3) wieder, was vielleicht mit den Abgasnormen (EU 1 bis EU 6) für Autos bzw. Kraftfahrzeugen vergleichbar ist. Während in einigen (Ost) europäischen Ländern die schlechteste Klasse erlaubt ist, dürfen in Deutschland nur Holzkessel oder Festbrennstoffkessel mit der besten Klasse zum Einsatz kommen, was im Anhang der DIN EN 303-5 eindeutig geregelt ist. Festbrennstoffkessel mit der schlechtesten Einstufung haben z. B. bei den Emissionen den bis zum fünffachen!!! Wert gegenüber der besten Klasse. Ähnlich verhält es sich beim Wirkungsgrad. Hier sind Unterschiede von ca. 20 % ausgewiesen. Also braucht eben ein Holzkessel mit schlechterer Einstufung bis zu 20 % mehr Energie als ein vergleichbar anderer mit bester Klassifizierung, um tatsächlich auf gleiches Leistungsniveau zu kommen. Das bedeutet auch 20 % mehr Holz, mehr Zeit, mehr Arbeit und mehr Kosten!

§ ACHTUNG WICHTIG! §

Für Kaufinteressenten der Kesselhersteller THERMONA, VIADRUS, DAKON, ATTACK, OPOP, OGNIWO u. a. wird ausdrücklich auf die Rechtssprechung verschiedener Landgerichte verwiesen.

Daher verkaufen wir nur Holzkessel bzw. Festbrennstoffkessel, die die besten Ergebnisse (Klassifikationen) für Emissions- und Wirkungsgradwerte ausweisen! Außerdem achten wir darauf, dass die Holzkessel nicht nur nach EN 303-5 geprüft sind.

Beim Verkauf von Festbrennstoffkesseln wird auch oft auf den Schornsteinfeger verwiesen. Der gibt seine Zustimmung aber nur hinsichtlich Brandschutz bzw. baulicher Gegebenheiten. Diese Zustimmung wird oft mit einer Zulassung verwechselt. Eine Zulassung (Verwendbarkeitsnachweis) muss vom Verkäufer, meistens der Hersteller o. Händler, erbracht werden. Der Schornsteinfeger stellt keine Zulassungen aus, was mit der Verkehrspolizei vergleichbar ist, die die Kfz – Zulassungen kontrollieren, selbst aber keine ausstellen kann. Bekanntlich ist hierfür das Bundeskraftfahrzeugamt zuständig. Bei einem Holzkessel nach o. g. Norm ist für die Zulassung das Deutsche Institut für Bautechnik (DIBT) oder deren Beauftragte (z. B. TÜV) maßgeblich – nicht der Schornsteinfeger!

Wer also von einem Anbieter darauf hingewiesen wird, dass vor dem Kauf die Zulässigkeit abzuklären ist, sollte sich den „tatsächlichen Inhalt“ des Hinweises gut überlegen.

Eine Nichtbeachtung von unzulässigen Festbrennstoffkesseln kann für den Betreiber sehr teuer und „nervig“ werden. Das jeweilige Umweltamt kann hier empfindliche Bußgelder und / oder Auflagen, wie Abänderung, erteilen. Auch kann die Kesselanlage zwangsweise stillgelegt werden.

Egal ob ein Holzkessel unter (nicht messpflichtig) oder über 15 kW Leistung hat – eine Zulassung ist immer (auch versicherungstechnisch) erforderlich!

Ein vermeintlich günstiger Preis eines Holzkessels ist eben nicht nur mit den im Ausland niedrigeren Lohnkosten erklärt, sondern insbesondere auch mit ungenügenden, gar nicht stattgefundenen oder nicht anerkannten Prüfungen.

(Stand: Oktober 2009)